Aer-O-Tec Delphin – Erfahrungsbericht

„Da ist er endlich! Das Modell, das ich seit Langem gesucht habe.“ Als der „Aer-O-Tec Delphin“ Anfang 2018 auf der Website von Aer-O-Tec angekündigt wurde, wusste ich sofort: „Der wird es!“ Der Allrounder, den ich schon lange gesucht hatte.

  • 3905 mm Spannweite
  • 1666 mm Länge
  • 2,5 kg
  • 39,5 g/dm Flächenbelastung
  • Vorbereitet für iDS-Anlenkung
  • viel Platz im Rumpf

Ich hatte schon seit Längerem mit dem „Satori“ und dem „Orca“ von Aer-O-Tec geliebäugelt. Aber ein reinrassiges F5J Modell wollte ich nicht. Zu wenig Platz, zu empfindlich. Der „Orca“ wär’s dann fast geworden, wenn nicht der Delphin dazwischen gekommen wäre. Nach ein paar Tagen überlegen und abwägen, der Preis von 1500 € leer ist schließlich nicht zu verachten, habe ich dann bei Herrn Eder bestellt.

3 Monate Wartezeit

Die Wartezeit von 3 Monaten ist bei Modellen dieser Klasse als eher kurz einzustufen. Auf manches Edelmodell wartet man auch schon mal Jahre!

Schließlich kam dann der Anruf und ich konnte den Delphin selbst bei Aer-O-Tec abholen. Mein erster Gedanke „Uff, 3,9 Meter sind ganz schön groß ;-)“ Im kleinen Showroom sieht der Flieger schon mächtig aus.

Die Flächenunterseite in Sichtkohle

Flächenunterseite
Flächenunterseite

Die perfekte Flächenoberseite

Flächenoberseite
Flächenoberseite

Was ist alles dabei?:

Der Aer-O-Tec Delphin kommt komplett mit einfachen Schutztaschen aus alubedampfter Noppenfolie, welche aber komplett ausreichend sind. Einen Kritikpunkt gibt es an der Tasche für den Rumpf. Zieht man den Rumpf samt Klappluftschraube aus der Tasche, so verhaken sich die scharfen Blätter in der Folie und schlitzen diese auf. Hier wäre eine Hülle, die auf der ganzen Länge offen ist und mit Klettverschluss geschlossen wird, besser.

Kleinteile wie Gabelköpfe für die Servos, Kabel, MPX-Stecker für die Verbindung für die Außenflügel, ein Servobrett aus Holz etc. sind dabei. Stecker für die Tragflächenverbindung im Rumpf liegen nicht bei. Wahrscheinlich aus dem Grund, dass hier jeder nach seinen eigenen Vorstellungen arbeitet. Viele benutzen Sub-D Stecker oder MPX-Stecker. Ich wiederum habe mich für einen 8-poligen MPX ähnlichen Stecker von Muldenthal entschieden.

Mit jeder Menge guter Tipps vom Meister persönlich, fuhr ich dann wieder nach Hause und machte mich ans Fertigbauen.

Was kommt rein?:

Nach Absprache mit Aer-O-Tec habe ich folgende Komponenten im Delphin verbaut:

  • Peggy Pepper 2221 mit 5:1 Micro Edition Getriebe
  • YGE 65 LVT Regler mit Telemetrie
  • RFM 16×8,5 Luftschraube auf versetzem Carbonspinner
  • 4 Stk. KST X10 Mini mit Servorahmen in den Flächen für die iDS Anlenkung
  • 2 Stk KST DS315MG für Höhe und Seitenruder
  • OptiPower Ultra-Guard 430 als Backupstromversorgung
  • VSpeak Vario

Als einer der ersten Kunden der das Modell bekommen haben dürfte, konnte ich noch kaum auf die Erfahrungen anderer zurückgreifen. Um den Schwerpunktbereich zu erreichen, probierte ich mich mit verschiedenen Akkus und Gewichten an einen 3000mAh 3S Lipo heran. Der Akku muss dabei direkt hinter dem Motor liegen.

Der Einbau der iDS-Servorahmen war zwar etwas fummelig, aber auch kein Hexenwerk. Ich habe die Servos, mit einer Lage Frischhaltefolie eingepackt, in die Rahmen geschraubt und mit UHU Endfest 300 an die vorher durch Probieren festgelegte Position geklebt. Das hat bei allen 4 stressfrei funktioniert.

Beim Motorspant habe ich mich an einen Tipp von Herrn Eder gehalten, den ich nicht kannte:

  1. Klebestellen aufrauhen
  2. Motor in Frischhaltefolie einpacken
  3. Spant auf den Motor montieren
  4. UHU Endfest 300 auf die Klebestelle auftragen
  5. Spant inkl. Motor in Position bringen
  6. Spinner auf Motorwelle aufschrauben
  7. Rumpf Senkrecht stellen dass der Motor inkl. Spant quasi am Spinner „hängt“
  8. Stehend trocknen lassen. Fertig!

Durch den aufgeschraubten Spinner, wird der Spant automatisch in die perfekte Position gebracht (s. Motorsturz/Zug)

Der restliche Einbau lief problemlos, und war durch den geräumigen Rumpf auch nicht schwierig.

Erstflug:

Mit der selbst gebauten, digitalen EWD Waage aus diesem Beitrag habe ich eine EWD von 0,6° Grad eingestellt. Dieser Wert ist laut Aer-O-Tec bei derart modernen Profilen normal! Ich bin seither immer von einer EWD von 2° – 2,5° Grad für einen Segler ausgegangen.

Die Ruderausschläge habe ich ebenfalls nach der mitgelieferten Tabelle von Aer-O-Tec programmiert. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass dies nur Richtwerte sind. Die genauen Einstellungen muss man sich selber erfliegen, da ja auch immer der Geschmack des Piloten eine Rolle spielt.

Den Schwerpunkt habe ich mittels Blei auf 107 mm, die vordere Grenze des Schwerpunktbereichs gelegt. Sicher ist sicher. Dann ging’s raus auf den Platz.

Aer-O-Tec Delphin
Aer-O-Tec Delphin

Ein leichter Schubs aus der Hand genügte und der Delphin zog schnurgerade mit 70-80° Grad Richtung Himmel. Motor aus, kurz nachdrücken und er schwebte dahin. Ein Grinsen machte sich breit, als ich die ersten Kurven steuerte: Präzise Reaktionen über alle Achsen, die ersten Kreise fliegen sich fast von selbst. Bereits beim zweiten Steigflug konnte ich Thermik erwischen und ein paar Meter Höhe gut machen. Der Delphin spricht wie erwartet sehr gut auf Thermik an, und nimmt sehr viel Höhe mit.

Beim Andrücken baut der Delphin erstaunlich viel Fahrt auf und pfeift dabei ordentlich über den Platz. Musik in meinen Ohren 😉

Beim Anstechen und Kreisen nahm er aber deutlich die Nase hoch bzw. stürzte tendenziell in den Kreis. Also: Blei raus!

Durch langsames Rantasten an den „richtigen“ Schwerpunkt und Trimmung kreist der Delphin inzwischen fast ohne mit Quer abstützen zu müssen, und plötzlich verliere ich auch kaum noch Höhe in den Kurven. Die angegebenen Ruderausschläge habe ich in der Thermikphase auf ca. 70 % verkleinert und noch mal ca. 30 % Expo auf Höhe. Damit fliegt er sich sehr angenehm und stressfrei.

Beim Landen mit Butterfly hatte ich aus Versehen Höhe statt tiefe beigemischt. Zum Glück habe ich erst in großer Höhe getestet. Aber bereits bei der zweiten Landung kam der Delphin lammfromm angeschwebt und ich konnte ihn sanft vor die Füße setzen.

Aer-O-Tec Delphin in der Abendsonne
Aer-O-Tec Delphin in der Abendsonne

 

Fazit?:

Ich denke, es ist zu früh ein endgültiges Fazit zu ziehen, da ich erst wenige Tage tatsächlich geflogen bin. Aber selbst mit den Standardeinstellungen und weit vorn liegendem Schwerpunkt konnte ich mir das Grinsen beim Fliegen nicht verkneifen! Mich begeistert der Aer-O-Tec Delphin voll und ganz und selbst der tiefe Griff in die Hobbykasse war bereits am ersten Tag verschmerzt. Meine Erwartungen waren hoch! Immerhin ist Aer-O-Tec für seine erfolgreichen Wettbewerbsmodelle bekannt. Diese Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt.

Endlich habe ich keine Ausrede mehr das es am Flieger liegt. Ab jetzt muss wohl das Wetter als Ausrede herhalten, denn am Piloten liegt es ja nie 😉

 

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